Das Phänomen des Wohnens in hallenartigen Raumsystemen hatte seinen Ursprung in der Wohnungsnot vieler westlicher Großstädte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Leicht zu finanzierender Wohnraum war knapp, und so zogen es gerade Handwerker und Künstler vor, in ihren Werkstätten und Galerien zu wohnen. Ebenso wirkte die Knappheit an Wohnraum in Richtung einer völligen Verwertung jeder Möglichkeit der Unterbringung. Leer stehende Industriebetriebe und Lagerhallen wurden kurzerhand notdürftig saniert und so für Menschen niedrigen Einkommens als Bleibe attraktiv gemacht. Über die Jahre wurden dann die Vorzüge dieser Wohnart unter den Menschen bekannt; es galt als individuell und modern, in einer Großraumwohnung zu leben. Es entstand der Trend, in der Einrichtung flexibel und frei zu sein.
So entwickelte sich auch bald das Bild des Großstadtmenschen, der weitgehend sorgenlos und unbeschwert als Single in einem leichtlebig eingerichteten Loft lebt und frei sein Hedonisten-Dasein genießt. Es galt als hipp, Bewohner von Räumlichkeiten zu sein, wie es sie in ihrer Größe und Art kaum in Wohnvorstellungen vergangener Generationen gegeben hat. Auch fanden viele Menschen für sich heraus, in einer Umgebung, die umgreifenden Platz bietet und wandlos ist, angenehmer leben zu können. Wiederum Andere vermissen an einer derartigen Wohnart aber die Gemütlichkeit der vier insgeheim Schutz bietenden Wände und die aufgeräumte Massivität eines kompakten Zimmers.
Bis heute hat sich in jeder Stadt ein großes Angebot an entsprechenden Immobilien gehalten. Ob zur Miete oder als Eigentumswohnung, auf eigene Suche hin oder per Makler, jeder sollte seine Traumwohnung finden können. Auch heute ist zu beobachten, dass es hauptsächlich Kunsttätige und Individualisten in diese besondere Wohnart zieht.